Urban Eco Valley Zürich-Kloten
Ein neuer Stadtteil zwischen Flughafen und Natur
urbane Dichte, Nutzungsmischung und natur verbinden sich zu einem neuen Zentrum im Glatttal.
Das Steinacker-Areal steht für eine zentrale Frage wachsender Stadtregionen: Wie lässt sich ein gewerblich geprägter Standort in einen vielfältigen Stadtteil überführen? Das Areal liegt nahe dem Flughafen Zürich und zugleich zwischen Kloten, Bassersdorf und übergeordneten Landschaftsräumen. Hoher Wohnungsdruck trifft hier auf eine heterogene Eigentümerstruktur und einen Bestand aus Industrie und Gewerbe. Die Transformation eröffnet die Chance, Wohnen, Arbeiten und öffentliche Angebote mit neuen Freiräumen und einer leistungsfähigen Verkehrsanbindung zu verbinden.
Innerhalb des Großprojekts „New Zurich“ für die Flughafenregion Zürich übernimmt das zur Weiterbearbeitung empfohlene Quartierskonzept eine tragende Rolle innerhalb der polyzentrischen Entwicklung des Altbachtals. Entlang der zukünftigen Glatttalbahn entsteht eine Folge unterschiedlicher Zentralitäten zwischen Flughafen, Kloten und Bassersdorf. Öffentliche Nutzungen, Arbeitsplätze und Wohnangebote für verschiedene Nutzergruppen stärken diese räumliche Kette. Nahversorgung, Dienstleistungen und soziale Infrastruktur schaffen frühzeitig die Voraussetzungen für einen alltagstauglichen Stadtteil mit kurzen Wegen.
Für ASTOC verbindet das aus dem Ideenwettbewerb als Finalist hervorgegangene Urban Eco Valley mehrere Schwerpunkte der Stadtentwicklung: die Transformation von Gewerbegebieten hin zu mehr Nutzungsmischung sowie die städtebauliche Entwicklung im Kontext großer Verkehrsinfrastrukturen. Die Lage im Flughafenumfeld erweitert diese Themen um die Frage, wie ein heute gewerblich geprägter Stadtteil eine eigenständige Identität als Wohnstandort entwickeln kann.
Auf 8,4 Hektar umfasst das Kerngebiet rund 200.000 m² Bruttogrundfläche. Etwa 73 Prozent entfallen auf Wohnen, 27 Prozent auf Büroflächen und öffentliche Nutzungen. Die Leitidee verbindet urbane Dichte und Angebotsvielfalt mit kleinteiligen Nachbarschaften, lokaler Verbundenheit und Nähe zur Natur. Daraus entsteht das Bild eines urbanen Dorfs, dessen einzelne Bausteine unterschiedliche Gemeinschaften aufnehmen und zugleich Teil eines zusammenhängenden Stadtteils bleiben.
Ein Netz öffentlicher Räume verknüpft Quartiersplätze, Haltestellen, Grünräume und angrenzende Landschaften. Diese Struktur stärkt ökologische, soziale und kulturelle Beziehungen innerhalb des Areals. Zugleich bindet sie die Teilquartiere in ein größeres ökologisches Netzwerk ein. Natur wird damit zu einem prägenden Bestandteil des Stadtraums und erhält eine verbindende Rolle zwischen Hardwald und der nördlich angrenzenden Kulturlandschaften.
Im Zentrum bündelt eine skulpturale Landschaftsbrücke die wichtigsten öffentlichen Funktionen und überwindet zugleich räumliche Höhenunterschiede. Quartiersplatz, Haltestelle und Landschaftsbrücke verbinden sich mit Kultur, Innovation, Arbeiten, besonderen Wohnformen und sozialer Infrastruktur. Die Kultur- und Innovationsfabrik bildet dabei einen zentralen Treffpunkt mit Mediathek, Veranstaltungsräumen, Café und flexibel nutzbaren Bereichen. Öffentliche Dachflächen erweitern den Stadtraum in die Vertikale und stärken die Verbindung zwischen Architektur und Freiraum.
Die kleinteilige Nutzungsmischung und die weitgehend unabhängige Etappierung erlauben eine schrittweise Entwicklung trotz heterogener Eigentumsverhältnisse. Das hier etablierte Prinzip aus zentralen Orten rund um Haltepunkte entlang der Glatttalbahn und grünen Verbindungen in die Natur lässt sich innerhalb des Steinacker-Areals weiterführen. So kann entlang der neuen Verkehrsinfrastruktur eine Folge eigenständiger Quartierszentren entstehen, die jeweils lokale Angebote mit übergeordneten Landschaftsbezügen verbinden.
Urban Eco Valley positioniert städtische Dichte, Nutzungsmischung und Landschaft als gleichwertige Bestandteile derselben Stadtstruktur. Die Identität entsteht aus der Überlagerung von urbanen Angeboten, menschlichem Maßstab und ökologischer Vernetzung. Gerade im Flughafenumfeld zeigt diese Kombination, wie Wohnungsbau, Arbeitsplätze und Naturbezug gemeinsam einen charaktervollen neuen Stadtteil formen können.
Auftraggeberin
Stadt Kloten
Größe
200.000 m² BGF, 8,4 ha
Planung
2024
Leistung
Ideenwettbewerb
Zusammenarbeit
LAND Suisse, Lugano (CH)
Credits: ASTOC, LAND