Quartier Hohenlind Köln

Neubau eines innerstädtischen Wohnviertels

Das Quartier Hohenlind im Kölner Stadtteil Lindenthal bietet urbanes Leben, gesellschaftliche Vielfalt und grüne Freiräume.

Wie können neue Stadtquartier Antworten auf die komplexen Anforderungen unserer Zeit geben – und gleichzeitig städtebaulich Haltung zeigen? Das Quartier Hohenlind liefert eine überzeugende Antwort: durch ein robustes Konzept für differenzierte Wohnformen, durch ein autofreies Wegenetz mit einem zentralen, dem benachbarten Krankenhaus zugeordneten Parkhaus, einer Tiefgarage und durch einen fein austarierten Kanon aus Materialität, Dichte und Baukörpern. Das Projekt vereint die Zielsetzungen der Kölner Wohnungsbaupolitik mit klaren gestalterischen und sozialen Prinzipien – entwickelt als integratives Gesamtkonzept von Städtebau, Architektur und Freiraum.

Das neue Quartier Hohenlind entsteht auf einem ca. 9 ha großen Gelände im Kölner Westen, zwischen dem Äußeren Grüngürtel und dem St. Elisabeth-Krankenhaus. Auftraggeber sind die Benedict-Kreutz-Stiftung und die Caritas Stiftung Deutschland. ASTOC verantwortet Generalplanung und Objektplanung Hochbau über alle Leistungsphasen sowie die städtebauliche Entwicklung – einschließlich Bebauungsplan und Gestaltungshandbuch.

Im Fokus steht die Vielfalt: Insgesamt entstehen über mehrere Bauabschnitte hinweg rund 700 Wohneinheiten, davon 30 % öffentlich gefördert. In den zwei von ASTOC realisierten Bauabschnitten wurden ein Schwesternwohnheim mit 50 Appartements, ein Parkhaus sowie zwölf Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 140 barrierefreien Wohnungen und einer gemeinsamen Tiefgarage umgesetzt. Weitere Wohnbauten entstehen in anschließenden Bauabschnitten.

Das architektonische Konzept lebt von einer klaren Kubatur und der konsequenten Adressbildung. Die Fassadengestaltung setzt auf eine ausgewogene Kombination von Ziegel- und Putzfassaden mit mineralischen Materialien – abgestimmt auf den jeweiligen Quartiersbereich. So entsteht ein ruhiges, aber differenziertes Gesamtbild das sich stimmig in die Nachbarschaft einfügt und zugleich eine eigenständige Identität schafft.

Zentrales Element des Mobilitätskonzepts ist eine Quartiersgarage, die das gesamte Wohngebiet weitgehend vom motorisierten Individualverkehr freihält. Die Erschließung erfolgt über ein fein verästeltes Netz aus Fuß- und Radwegen, Wiesenpfaden und Spielstraßen, die soziale Interaktion fördern und Aufenthaltsqualität schaffen. Der südliche Quartiersrand wird als grüne Parklandschaft entwickelt.

Das Gestaltungshandbuch für die Kombination aus Wohnen und Parken spielt eine zentrale Rolle: es definiert in Ergänzung zum Bebauungsplan verbindliche Standards für Baukörper, Freiräume, Materialität und Adressbildung – nicht als restriktives Regelwerk, sondern als Sicherung eines robusten Gestaltungsrahmens. So wird das Quartier nicht nur architektonisch, sondern auch sozial und freiräumlich qualitätsvoll und nachhaltig verankert.

Das Quartier Hohenlind steht exemplarisch für unser interdisziplinäres Selbstverständnis: von der städtebaulichen Entwicklung und der Begleitung des Bebauungsplanes über das Gestaltungshandbuch bis zur Hochbauplanung als Generalplaner. Wie in vergleichbaren Projekten – etwa dem Quartier Grüner Weg in Köln oder dem „Rheinkilometer 740“ in Düsseldorf – verbinden wir dabei funktionale Anforderungen mit gestalterischer Qualität, gesellschaftlicher Vielfalt und nachhaltiger Mobilitätsstrategie. Der Freiraum wird als Stadtraum gestaltet, mit hoher Aufenthaltsqualität und einem klaren Fokus auf Fuß- und Radverkehr.

Das Ergebnis: ein lebendiges, zukunftsfähiges Wohnquartier mit eigener Identität – entwickelt aus dem Ort, gedacht für die Stadt.

Auftraggeberin
Benedict-Kreutz-Stiftung, Caritas Stiftung Deutschland

Größe
13.200 BGF

Planungs und Realisierung
2019–2022

Leistung
Bebauungsplanung, Generalplanung, Objektplanung LPH 1–9, Gestaltungshandbuch

Zusammenarbeit
3plus Freiraumplaner, Aachen, BSV Büro für Stadt- und Verkehrsplanung, Aachen

Fotocredit: ASTOC 

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