Quartier Grüner Weg Köln
Transformation eines industriell genutzten Areals in eine gemischte Nachbarschaft
Vorreiter für die Kölner Weststadt: ein neues Quartier schafft Bezüge und sorgt für kleinteilige Durchwegung.
Das Quartier Grüner Weg schafft nur wenige Schritte vom Kölner Bahnhof Ehrenfeld zentrumnahes Wohnen und Arbeiten auf einer ehemaligen Industriefläche. Viele Jahre lag das Gelände einer Fabrik für Destillationsanlagen nach dem Abriss brach. Erst eine städtebauliche Studie machte das Potenzial des hervorragend angebundenen Standorts für eine Wohnnutzung deutlich. Die Maßstabssprünge in der Nachbarschaft ließen zunächst keine Wohnqualitäten vermuten. Heute behaupten sich fünfzehn kubische Gebäude mit hoher Dichte und differenzierten Grünflächen in der heterogenen, rauen Umgebung. Eine Zufahrt zu einem Baumarkt mitten durch das Grundstück und die benachbarten Hallen mit Gewerbe prägen die Ausrichtung der Gebäude. Mit Blick auf die drängende Wohnungsbauproblematik hat die Erfolgsgeschichte Grüner Weg weiteren Wohnprojekten an schwierigen Standorten den Weg geebnet – heute ist die integrierte Entwicklung der sogenannten Kölner Weststadt in vollem Gange.
Im vorderen Teil des Grundstücks am Melatengürtel bilden das Kölner Künstler Theater mit einem Café und eine Kindertagesstätte beliebte Treffpunkte. Einzelhandelsflächen in den Erdgeschossen beleben die Punkthaustypologie mit bis zu sechs Etagen. Die oberen Geschosse beinhalten vielfältige geförderte wie auch freifinanzierte Wohnungstypen und eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für Demenzkranke. Insgesamt wurden 241 Wohneinheiten realisiert. Im hinteren Bereich des Grundstücks bieten vier Gebäude Gewerbe- und Büroflächen vornehmlich für Unternehmen der Kreativwirtschaft und Start-ups. Öffentlich zugängliche Grünanlagen mit differenziert gestalteten Spielplätzen und Sitzecken bilden als verbindende Elemente die urbane Qualität. Durch die verwandte und doch verschiedene Architektursprache von ASTOC, Lorber Paul Architekten und Molestina Architekten gleicht kein Haus dem anderen und doch fügen sich alle Elemente zu einem unverwechselbaren Ganzen.
Auftraggeberin
GAG Immobilien AG, Köln
Größe
37.000 m² BGF
Planung und Realisierung
2008–2016
Leistungen
Städtebauliche Rahmenplanung, Bebauungsplanung
Objektplanung LPH 1–5
Zusammenarbeit
Lorber Paul Architekten, Köln
Molestina Architekten, Köln
scape Landschaftsarchitekten, Düsseldorf
Auszeichnungen
Deutscher Bauherrenpreis 2018, polis Award 2017, Kategorie: Soziale Quartiersentwicklung, Anerkennung Deutscher Landschaftsarchitekturpreis 2017, Nominierung
Fotocredit: Jens Willebrand