Meinen-Areal Bern

Transformation in ein urbanes, gemischtes Quartier

Auf dem Areal einer ehemaligen Großmetzgerei entsteht ein neues Stück Stadt: Das Meinen-Areal verbindet Wohnen, Arbeiten und Öffentlichkeit zu einem lebendigen, vielfältigen Quartier im Herzen von Bern.

Die Transformation des Meinen-Areals im Berner Mattenhofquartier steht beispielhaft für eine zeitgemäße, dichte und sozial orientierte Stadtentwicklung. Auf eng begrenzter Fläche entsteht ein urbanes Quartierszentrum, das neue Wohnformen mit gemeinschaftlichem Leben und stadträumlicher Qualität verbindet. Wo früher gewerblich produziert wurde, entsteht heute ein Ort des Zusammenlebens – durchmischt, lebendig und nachhaltig. Das Projekt reagiert auf den hohen Druck des Berner Wohnungsmarktes und zeigt, wie Verdichtung mit hoher Aufenthaltsqualität gelingen kann: durch klare Typologien, nutzungsoffene Erdgeschosse, öffentlich zugängliche Freiräume und vielfältige Wohnangebote. Im Zusammenspiel von Architektur, Landschaft und Nutzung entsteht ein zukunftsfähiges Stück Stadt, das sowohl auf lokaler als auch auf gesamtstädtischer Ebene identitätsstiftend wirkt.

Nach dem Verkauf des ehemaligen Großmetzgerei-Areals an die Personalvorsorgestiftung PAT-BVG im Jahr 2011 wird die Transformation in ein wgemischt genutztes Quartier schrittweise realisiert. Auf rund 10.000 m² Fläche entstehen etwa 185 Wohnungen, ergänzt durch Gewerbe, Ateliers und quartierbezogene Einrichtungen. Ein Drittel der Wohnungen wird im Rahmen der Wohninitiative für gemeinnützigen und preisgünstigen Wohnraum umgesetzt.

Das städtebauliche Konzept setzt auf Dichte und Maßstäblichkeit: Im Norden wird der Blockrand mit fünf Geschossen geschlossen, im Süden sorgen freistehende Baukörper für eine aufgelockerte Körnung und städtische Vielfalt. Bestehende, charakteristische Bauten bleiben erhalten und werden integriert – ein architektonisches Gedächtnis, das den industriellen Ursprung des Ortes spürbar hält. Grüne Innenhöfe, bepflanzte Dachflächen und ein klimagerechtes Freiraumkonzept fördern das Mikroklima und schaffen angenehme Aufenthaltsorte. Photovoltaikflächen, Regenwassermanagement und Mobilitätsangebote mit Fokus auf den Langsamverkehr machen das Areal zu einem zeitgemäßen, ressourcenschonenden Stadtbaustein.

Baustellen Stand 12/25

Die Architektur verbindet Kompaktheit mit Offenheit und fördert Nachbarschaft durch differenzierte Erschließungsformen. Zwei- und Dreispänner, Laubenganghäuser und Atelierwohnungen bieten ein breites Spektrum an Wohn- und Lebensformen – von Familienwohnungen über gemeinschaftliches Wohnen bis zu kombinierten Wohn- und Arbeitsateliers. Unterschiedliche Fassadenmaterialien und feine Detaillierung binden das neue Areal sensibel in das Stadtbild ein. Der grüne Außenraum fungiert als gemeinschaftliche Mitte, die Begegnung, Aufenthalt und Mikroklima gleichermaßen stärkt.  

Das Projekt vereint unsere Kompetenzen in Städtebau, Architektur und sozialer Quartiersentwicklung. Von der erfolgreichen Teilnahme am Realisierungswettbewerb ist zur Umsetzung der Leistungsphasen 1 bis 5 verantwortet ASTOC in Zusammenarbeit mit GWJ Architektur (Bern) und ORT für Landschaftsarchitektur (Zürich) die Gesamtplanung. Das Meinen Areal ist ein Beispiel für unseren integrierten Ansatz, urbane Transformationsprozesse gestalterisch, funktional und nachhaltig zu gestalten.

Auftraggeberin
Personalvorsorgestiftung der Ärzte & Tierärzte PAT BVG

Größe
34.200 m² BGF, 185 Wohneinheiten

Planung und Realisierung
2014–2026

Leistung
Realisierungswettbewerb 1. Platz, Objektplanung LPH 1–5, Generalplanung

Zusammenarbeit
GWJ Architektur AG, Bern (CH), ORT für Landschaftsarchitektur, Zürich (CH)

Fotocredit: Damian Poffet
Visualisierung: ASTOC / GWJ Architektur 

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