Clouth-Quartier Köln
Neubau Wohnquartier auf einem ehemaligen Industrieareal
Neue Nachbarschaften in Köln-Nippes auf dem Gelände der ehemaligen Gummiwarenfabrik zwischen Veedel und Grüngürtel.
Das Clouth-Quartier in Köln-Nippes steht exemplarisch für die Transformation innerstädtischer Industrieareale in lebendige, gemischte Stadtquartiere. Wo früher Gummiwaren produziert wurden, sind Wohnungen, Arbeitsorte und Freiräume entstanden. Der städtebauliche Rahmenplan – abgeleitet aus den industriellen Strukturen – wahrt das historische Erbe, schafft neue stadträumliche Qualitäten und integriert Bestandsbauten als identitätsstiftende Ankerpunkte.
ASTOC hat auf dem Clouth-Gelände zwei architektonisch eigenständige Wohnungsbauprojekte realisiert, die sowohl in sich als auch im Kontext des Gesamtquartiers eine überzeugende Balance aus Eigenheit, Kontextbezug und gemeinschaftlicher Offenheit finden. Im Osten des Quartiers, direkt angrenzend an den Johannes-Giesberts-Park, realisierten wir dieses Teilprojekt. Es markiert nicht nur den räumlichen Abschluss des Clouth-Geländes, sondern auch den Übergang zum Park – städtebaulich klar gefasst, aber bewusst offen gedacht. Die fünf viergeschossigen Wohngebäude greifen industrielle Motive auf und überführen sie in eine neue Wohntypologie.
Unser Beitrag zum Clouth-Quartier steht für das, was uns ausmacht: Quartiersentwicklung mit Haltung, in der Material, Maßstab und Freiraum in produktiven Dialog treten.
Das im Clouth-Quartier östlich auf den Baufeldern WA 2 bis 6 gelegene Projekt zeichnet sich durch eine besondere Beziehung zum angrenzenden Johannes-Giesberts-Park aus. Die 13 frei stehenden Baukörper sind leicht von der Josefine-Clouth-Straße zurückversetzt, so dass zwischen Quartier und Park ein durchlässiger Übergangsraum entsteht – als adressbildende, halböffentliche Zone mit hoher Aufenthaltsqualität. Die Bauten umfassen insgesamt 148 Wohneinheiten. Trotz ähnlicher Grundstruktur sind die Häuser individuell ausgeformt. Die Gebäudekubaturen zeigen klare Ecken, aus denen großzügige Balkone ausgeschnitten sind – als wiederkehrendes Motiv mit hohem Wiedererkennungswert. Die Ziegelfassaden greifen die industrielle DNA des Quartiers auf, variieren jedoch in Farbnuancen und Fugenbild. Die Wohnungen reichen von Zwei- bis Fünf-Zimmer-Grundrissen, sind barrierefrei erschlossen und bieten durchgängig Freisitze. Auch die Erschließung ist mitgedacht: klare Wegeführungen, durchlässige Höfe, Tiefgaragen unter den Höfen. Die Freiräume wurden bewusst differenziert – von privaten Mietergärten über halböffentliche Spielzonen bis zu durchgrünen Wegeverbindungen.
Das Zusammenspiel von Architektur und Landschaft prägt hier den Wohnalltag: Statt Aneinanderreihung von Solitären entsteht ein Quartier im Quartier. Unsere Wohnungsbauprojekte im Clouth-Quartier unterstreichen unsere Haltung, durch Architektur und Freiraumgestaltung nicht nur auf einen Ort zu reagieren, sondern diesen weiterzuentwickeln. Wir haben zwei architektonisch wie städtebaulich überzeugende Lösungen geschaffen, die sich mit starker Identität in das Gesamtquartier einfügen. Durch die enge Verzahnung mit den Freiräumen und dem Bezug zum industriellen Erbe des Ortes leisten sie einen integrativen Beitrag zu einem nachbarschaftlich geprägten Quartier.
Auftraggeberin
moderne stadt GmbH, Köln
Größe
10.500 m² BGF
Planung und Realisierung
2013–2017
Leistung
Mehrfachbeauftragung, 1. Platz
Objektplanung LPH 1–5, LPH 8 teilweise
Zusammenarbeit
urbane gestalt Landschaftsarchitekten, Köln
Fotocredit: Paul Ott, Jens Willebrand, ASTOC