Science City Hamburg Bahrenfeld – Rahmenplanung Campus West
Entwicklungskonzept für einen urbanen Wissenschaftscampus
Stadtgesellschaft und Wissenschaft im Dialog: Exzellente Forschungsbedingungen treffen auf lebendige Nachbarschaften.
Die Science City Hamburg Bahrenfeld wandelt sich: Der langjährige Forschungsstandort an einer der zwölf Hamburger Magistralen wächst und wird in Zukunft internationale Spitzenforschung, universitäre Ausbildung, zahlreiche Unternehmen und Start-Ups mit neuen Wohnquartieren und dem Volkspark Altona verbinden. Auf rund 125 Hektar Stadtraum entstehen rund um den Forschungsstandort mehrere Quartiere in zentraler Lage, die perspektivisch an die S-Bahn angeschlossen werden und von denen das direkte Umfeld ebenso profitieren wird wie der Wirtschaftsstandort Hamburg. Der Campus West bildet dabei das Herz der Science City.
Der Campus West rund um das Deutsche Elektronen-Synchrotron (DESY) – ein gigantischer unterirdischer Teilchenbeschleuniger von 6,3 Kilometern Länge mitten in der Stadt – bildet das Zentrum der wissenschaftlichen Infrastruktur mit weiteren hochkarätigen Einrichtungen wie der Universität Hamburg und dem Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie. Mit der Rahmenplanung für den Campus West liegt ein flexibler Entwicklungsrahmen für die nächsten Jahrzehnte vor. Der rund 34 Hektar große Bereich führt Forschung, Lehre und Innovationsgeist im Stadtraum zusammen und hat den Anspruch, ein Ort des Austauschs zu sein: zwischen Wissenschaft und Stadt, zwischen bestehenden und künftigen Nutzungen, zwischen klarer Ordnung und flexibler Entwicklung.


Ziel der Rahmenplanung für den Campus West ist die Schaffung eines Entwicklungskonzepts, das städtebauliche und freiräumliche Qualitäten definiert, damit stringente Planungsprozessen ermöglicht und flexibel auf Transformationsdynamiken reagieren kann. Die planerische Aufgabe: In einem heterogenen Bestand einen robusten und zugleich anpassungsfähigen Rahmen schaffen. Das Ergebnis: ein nutzungsoffenes, städtebaulich wie freiraumplanerisch präzise gegliedertes Entwicklungskonzept, das langfristige Perspektiven ebenso berücksichtigt wie kurzfristig umsetzbare Einzelprojekte. Die Planung integriert dabei die Ziele einer nachhaltigen, klimaangepassten, barrierefreien und sozial inklusiven Wissenschaftsstadt. Ein zentraler räumlicher Aspekt ist die Verknüpfung der öffentlichen Räume des Campus mit der Stadt. Zukünftig werden die bisher isolierten Bereiche innerhalb des Campus durch großzügige Freiräume miteinander verbunden, die gleichzeitig den Übergang zu den neuen Quartieren am Volkspark ermöglichen. Die Zugänglichkeit sensibler Bereiche des Forschungsbetriebs bleibt dabei aus Sicherheitsgründen eingeschränkt. Der DESY-Campus behält dabei inhaltlich den Forschungsschwerpunkt, öffnet sich in Teilen jedoch der Umgebung und verzahnt sich weiter mit neuen Bereichen der Universität Hamburg.


Das Entwicklungskonzept definiert neben den Entwicklungszielen und dem räumlichen Rahmenplan mit Baufeldern, großzügigen Freiräumen und entsprechender Erschließung ein flexibles Regelwerk, das die strukturelle Grundlage für alle zukünftigen Bauvorhaben legt. Ein fein abgestimmtes System aus Erschließungsräumen, Freiraumtypologien, Materialwahl und Ausstattungselementen schafft differenzierte Campusbereiche. Die zentralen Qualitäten, die dem Regelwerk zugrunde liegen, sind die klimaangepasste Freiraumnutzung, Biodiversität, zirkuläre Materialstrategien und barrierefreie Zugänge. Die Gebäudekonzepte unterstützen darüber hinaus passive Klimastrategien und ermöglichen multifunktionale Nutzung zum Beispiel von Dachflächen. Kern des Konzepts ist die hohe Anpassungsfähigkeit: Auch zukünftige, noch offene Nutzungen können integriert werden – ohne die übergeordnete Struktur zu verlassen.
Das strategische Entwicklungskonzept wurde mit einer Vielzahl Akteur:innen erarbeitet, unter anderem mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, der Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke, dem Bezirksamt Altona, der Universität Hamburg, dem Forschungszentrum DESY sowie der Max-Planck-Gesellschaft. Die Rahmenplanung Campus West beantwortet die Frage, wie Stadtgesellschaft, Wissenschaft und Ökologie in einem langfristig tragfähigen, flexiblen Rahmen zusammenwirken können – ein Campus mit klaren Regeln und offenem Raum für Wandel.
Auftraggeberin
HafenCity Hamburg GmbH
Größe
rd. 50 ha, rd. 170.000 m² BGF
Planung
2022–2024
Leistung
Städtebaulicher Rahmenplan,
Gestaltungskatalog
Zusammenarbeit
WES LandschaftsArchitektur, Hamburg, Buro Happold, Berlin
Fotocredit: ASTOC
Visualisierung: moka-studio




