Forschungs- und Ausbildungszentrum Medizin Universität Bern
Neubau für die Universität auf dem Berner Inselareal
Ein kompaktes, hochfunktionales Gebäude bündelt zukünftig die medizinische Forschung und Lehre der Universität Bern – direkt angrenzend an das Inselspital und mitten im urbanen Gefüge.
Wissenschaft lebt vom Austausch, Innovation braucht Nähe. Im neuen Forschungs- und Ausbildungszentrum Medizin der Universität Bern begegnen sich Lehre, Forschung und klinische Praxis an einem gemeinsamen Ort. Der Neubau auf dem Berner Inselareal vereint erstmals Institute der Medizinischen Fakultät, die bislang über das Stadtgebiet verteilt waren – ein infrastrukturelles und identitätsstiftendes Projekt für die Weiterentwicklung des Universitäts- und Spitalstandorts Bern.
Mit seiner prominenten Lage an der nördlichen Stadtkante und der unmittelbaren Nachbarschaft zu den Universitätskliniken wird das Gebäude zum stadträumlichen und funktionalen Knotenpunkt. Es setzt ein sichtbares Zeichen für die Bedeutung von Wissenschaft und Lehre im öffentlichen Raum. Der Neubau steht dabei nicht nur für bauliche Verdichtung, sondern vor allem für strategische Konzentration und Interdisziplinarität – für eine medizinische Ausbildung und Forschung auf der Höhe der Zeit.
Der Neubau des Forschungs- und Ausbildungszentrums Medizin bildet auf dem Inselareal den neuen nördlichen Auftakt. Mit sieben Ober- und fünf Untergeschossen verfügt das Gebäude über 56.500 m² BGF, davon rund 20.000 m² Hauptnutzfläche für Labore, Büros, Lehr- und Veranstaltungsräume sowie Aufenthaltsbereiche.
Die städtebauliche Setzung reagiert auf die prominente Lage an einem stark frequentierten Stadteingang. Die markante Kubatur schafft eine klare Eingangsgeste zum Areal und adressiert den Stadtraum. Die Fassade vermittelt Offenheit und Transparenz – wissenschaftliches Arbeiten wird sichtbar.
Im Inneren folgt das Gebäude einem einfachen und robusten Grundmuster, das die unterschiedlichen Nutzungen ermöglicht. Zentraler Entwurfsparameter ist die Interaktion: Kommunikationszonen, offene Treppenräume, Begegnungsflächen, Lerninseln und ein Bistro im Erdgeschoss fördern spontane wie geplante Formen des Austauschs. Auch die vertikale Erschließung wird zum sozialen Raum – mit skulpturalen Treppen und Aufenthaltsnischen entlang der Wege.
Die Raumstruktur basiert auf modular organisierten, tageslichtversorgten Einheiten. Labore und Bürobereiche sind so konzipiert, dass sie flexibel auf wechselnde Anforderungen reagieren können. Nachhaltigkeit, Nutzerkomfort und technische Präzision bilden die Leitplanken für die Gestaltung.
Forschung und Lehre im Dialog
Die Hauptnutzflächen des Gebäudes sind in zwei klar strukturierten Bereichen organisiert: Auf der einen Seite hochinstallierte, technologisch anspruchsvolle Labore, auf der anderen Seite offene Büro- und Arbeitslandschaften für Forschung und Administration. In der Mitte entstehen Kommunikationsräume mit hoher Aufenthaltsqualität. Die Nähe der Funktionen fördert informellen Austausch und unterstützt hybride Arbeitsformen zwischen Labor, Schreibtisch und Seminarraum. Die Laboreinheiten zeichnen sich durch gleichmäßige Tageslichtführung, ergonomische Arbeitsplätze und eine hohe technische Infrastruktur aus. Decken- und Bodenanschlüsse sowie flexible Möblierung erlauben eine langfristige Nutzungsdiversität.
Erschließung als sozialer Raum
Ein besonderes Merkmal sind die spiralförmigen Treppenräume, die sich vom Foyer über mehrere Geschosse entwickeln. Hier wird Bewegung zur Erfahrung: Aufenthaltsnischen mit wohnlichen Möbeln und Sichtbezügen ins Freie laden zum Verweilen ein. Die Gestaltung mit textilen Elementen, akustisch wirksamen Materialien und differenzierter Beleuchtung schafft eine Atmosphäre zwischen Konzentration und Begegnung. Das Erdgeschoss beherbergt mit Bistro, Veranstaltungsflächen und Übergang zum Pocketpark einen halböffentlichen Raum, der das Gebäude über seine eigentliche Nutzung hinaus für die Nachbarschaft des Inselareals öffnet.


Mit dem Forschungs- und Ausbildungszentrum Medizin setzen wir unsere langjährige Tätigkeit auf dem Inselareal fort. Bereits für das 2023 eröffnete Anna-Seiler-Haus – das neue Hauptgebäude des Inselspitals und Universitätsspitals Bern – übernahm unsere Arbeitsgemeinschaft die Generalplanung. Die Beauftragung mit diesem komplexen und identitätsstiftenden Vorhaben unterstreicht das Vertrauen des Kantons Bern in unsere Expertise und Kontinuität bei der Realisierung anspruchsvoller Gesundheits- und Hochschulbauten.
Auftraggeber
Kanton Bern, Amt für Grundstücke und Gebäude
Größe
rd. 56.500 m² BGF
Planung und Realisierung
2021–heute
Leistung
1. Platz Wettbewerb, Generalplanung, Objektplanung LPH1–9
Zusammenarbeit
GWJ Architektur Bern (CH), IAAG Architekten Bern (CH), Archipel Generalplanung Bern (CH)
Fotocredit: ASTOC, Archipel Generalplanung, IAAG, GWJ