Kronsrode Hannover
Eine Stadterweiterung zwischen Stadtbahn und Landschaft
Kronsrode verbindet die Dichte der Stadt mit der Offenheit der Landschaft.
Kronsrode ergänzt am südöstlichen Stadtrand Hannovers einen neuen Stadtteil zwischen bestehender Stadtstruktur und offener Landschaft. Der Standort Kronsberg Süd war bereits als Stadterweiterungsgebiet vorbereitet und liegt unmittelbar an der Stadtbahnlinie U6. Zwei Haltepunkte schaffen die Voraussetzung für ein dichtes Wohnquartier mit direkter Verbindung zur Innenstadt. Zugleich reagiert die Entwicklung auf den hohen Wohnungsdruck in Hannover und schafft Raum für rund 8.000 Menschen.
Auf 53 Hektar entstehen rund 3.500 Wohnungen mit insgesamt etwa 451.000 m² Bruttogrundfläche. Drei Teilquartiere gliedern den neuen Stadtteil in überschaubare Nachbarschaften und unterstützen eine abschnittsweise Realisierung. In ihren Zentren bündeln Quartiersplätze Nahversorgung, sechs Kitas, eine Grundschule und weitere Angebote des täglichen Lebens. Unterschiedliche Wohnformen verbinden Geschosswohnungsbau mit Townhouses und Reihenhäusern. Frei finanzierte und geförderte Wohnangebote liegen teilweise innerhalb derselben Baufelder und unterstützen somit eine soziale Mischung im Quartier.
Ein gemeinsames Gestaltungskonzept ordnet Gebäudevolumen, Typologien, Materialität, Farbe, Straßenräume und Freiraum. Vollklinkerfassaden in einem definierten Farbspektrum bilden eine wiederkehrende materielle Klammer. Insbesondere zu öffentlichen Freiräumen, wie Landschaftspark und Quartiersplätzen und der Hauptstraße stärkt dieses Regelwerk die Lesbarkeit des Gesamtquartiers. Im Inneren der Baufelder bleibt zugleich Raum für individuelle architektonische Lösungen. Das Freiraumsystem verbindet Aufenthaltsqualität mit einem leistungsfähigen Regenwassermanagement. So können Niederschläge vollständig innerhalb des Plangebiets versickern und zurückgehalten werden. Die Straßenräume sind auf Fuß- und Radverkehr ausgerichtet, während ergänzenden Vorgaben hinsichtlich der Fahrradabstellplätze eine nachhaltige Mobilität konsequent unterstützen. Die direkte Stadtbahnanbindung stärkt dieses Verkehrskonzept, das Quartier eng mit Hannover verbindet und Alltagswege ohne Auto ermöglicht.
Die besondere Qualität von Kronsrode liegt in der ausgewogenen Balance zwischen übergeordnetem Leitbild und gestalterischer Vielfalt im Detail. Die Gestaltungsleitlinien sichern zusammenhängende Stadt- und Freiräume, während eigenständige Architekturentwürfe die einzelnen Baufelder differenzieren. Der Landschaftspark verbindet die drei Nachbarschaften mit dem Kronsberg und verankert das Quartier im Übergang zur Kulturlandschaft. So entsteht eine Stadterweiterung, deren Identität aus dem Zusammenspiel von Dichte, Freiraum, sozialer Mischung sowie klaren räumlichen und gestalterischen Regeln hervorgeht.
Auftraggeberin
Stadt Hannover
Größe
451.000 m² BGF, 53 Hektar,
ca. 3.500 Wohneinheiten
Planung und Realisierung
2016–heute
Leistung
Städtebauliches Gutachterverfahren, Funktionsplanung, B-Plan-Verfahren, Gestaltungsleitlinien, Hochbauliche Vertiefung
Zusammenarbeit
West 8, Rotterdam,
SHP Ingenieure, Hannover
Links
Gestaltungsrichtlinie Konsrode
Bauwelt Artikel
Stadtteil Kronsrode
NDR Reportage: Die Mega-Baustelle -Ein neuer Stadtteil entsteht
Credits: ASTOC, West 8