Höhenentwicklungskonzept für die innere Stadt Köln

Ein strategisches Steuerungsinstrument der Stadtplanung

Qualität statt Quantität: Köln wächst in die Höhe – mit Mass, Plan und Verantwortung.

Mit dem Höhenentwicklungskonzept (HEK) für die Innere Stadt Köln begegnet die Stadt den Herausforderungen des urbanen Wachstums in einer dicht bebauten und geschichtsträchtigen Metropole, insbesondere unter Berücksichtigung des Schutzes des UNESCO-Weltkulturerbes Kölner Dom.

Vor dem Hintergrund zunehmender Flächenknappheit, wachsender Bevölkerungszahlen und ambitionierter Klimaschutzziele stellt sich die Frage nach der vertikalen Entwicklung neu. Wie viel Höhe verträgt Köln – und wo? Das HEK schafft klare Regeln für Hochpunkte in der Inneren Stadt. Ziel ist es, das Wachstum in die Höhe gezielt zu steuern – und gut zwischen verdichteter Stadt, baukulturellem Erbe und neuen Anforderungen an Klimaschutz, Mobilität und Nutzungsmischung zu vermitteln. Das HEK ist ein strategischer Rahmen, der mögliche Standorte für Hochhäuser eingrenzt, Qualitätsmaßstäbe setzt und Verfahren verbindlich regelt. Es wurde gemeinsam mit Fachöffentlichkeit, Politik und Stadtgesellschaft entwickelt und steht damit modellhaft für zukunftsgerichtete Stadtentwicklung im Lichte des Weltkulturerbes.

Das Höhenentwicklungskonzept für die Innere Stadt Köln ist ein Steuerungsinstrument für Bauvorhaben über 40 Meter Höhe oder solche, die 30 % über die Umgebungsbebauung hinausragen. Es findet Anwendung in der sogenannten „Inneren Stadt“ – dem Gebiet zwischen Innerem und Äußerem Grüngürtel. Der Räumliche Plan zeigt, wo in Köln Hochpunkte grundsätzlich möglich sind: außerhalb der Schutzzone des Doms, in gut angebundenen Lagen, entlang der Lebensadern der Stadt, in dynamischen Stadtgebieten und solchen mit Profilierungsbedarf. Er unterscheidet vier Stadtraumkategorien, die Höhenentwicklungen zwischen 70 und 148 Metern differenzieren: entlang von Stadtachsen und Ringen, an blau-grünen Infrastrukturen, in Gebieten im Wandel und auf bestehenden Campusarealen. Die Kategorien beschreiben außerdem die funktionale und gestalterische Qualität für zukünftige Bauvorhaben und zeigen Umsetzungsmöglichkeiten für mögliche Bauvorhaben beispielhaft auf. Maßgeblich sind stets Lagegunst, Anbindung an den SPNV, Beitrag zum Stadtklima sowie die programmatische und gestalterische Ausgestaltung eines Projekts.

Das HEK macht nicht nur räumliche und qualitative Aussagen, sondern beschreibt ebenso das Verfahren der vorgeschalteten Eignungsprüfung, die früh im Planungsprozess gegenseitige Verbindlichkeiten schafft. Auf die Eignungsprüfung folgen Qualifizierungsverfahren, Bauleitplanung und Realisierung. Der Fokus liegt dabei nicht auf Höhe „um jeden Preis“, sondern auf gezielten städtebaulichen Impulsen mit Mehrwert für Stadtbild, Quartier und Klima.

Das Höhenentwicklungskonzept Innere Stadt Kölns liefert durch das Zusammenspiel des Räumlichen Plans (Wo sind neue Vorhaben denkbar und wo nicht?) und eines Bewertungsinstruments (Welchen Anforderungen muss ein neues Vorhaben gerecht werden?) die Grundlage zur Steuerung künftiger Höhenentwicklungen in Köln. Hierdurch festigt die Stadt einerseits strategische Ziele für die Stadtentwicklung und definiert andererseits transparente und verbindliche Spielregeln für alle Akteure.

Auftraggeber
Stadtplanungsamt Köln

Größe
Innere Stadt Köln

Planung und Realisierung
2023–2024

Leistung
Höhenentwicklungskonzept
mit räumlichem Leitbild und
Qualitätskriterien

Zusammenarbeit
urbanista, Hamburg

Fotocredit: Sabine Große-Wortmann, ASTOC

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