Bürogebäude am Breslauer Platz Köln
Neubau in Holzhybridbauweise
Mit dem „Pandion Officehome Spark“ entsteht ein zentrales Bürogebäude am Kölner Hauptbahnhof, offen für Stadt und Menschen und mit spektakulärem Blick auf den Dom.
Wie sieht ein zukunftsfähiger Bürotypus im innerstädtischen Kontext aus – offen, vernetzt, resilient? In prominenter Lage gegenüber dem Kölner Hauptbahnhof entsteht mit dem Projekt „Pandion Office Home“ ein Gebäude, das auf diese Fragen eine architektonisch klare und städtebaulich feinfühlige Antwort gibt. Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Aufwertung des Breslauer Platzes, der bislang als rückwärtiger Raum des Hauptbahnhofs eine untergeordnete Rolle spielte. Mit seiner präzisen städtebaulichen Setzung stärkt der Neubau die räumliche Fassung des Platzes und unterstützt so einen lebendigen Stadtraum an einem der am stärksten frequentierten Orte Kölns.
Durch seine Einbindung in die gewachsene Struktur fügt sich das Gebäude sensibel in den Kontext ein und formuliert zugleich ein neues Gelenk zwischen Stadt, Bahnhof und U-Bahn-Zugang. Es steht für eine Architektur, die mit einem hybriden Nutzungskonzept Offenheit und Funktionalität verbindet – mit aktivierten Erdgeschosszonen, qualitätsvollen Außenräumen und Arbeitswelten, die Austausch, Rückzug und Kreativität fördern.
Der erfolgreiche Wettbewerbsbeitrag entwickelt auf einem städtebaulich schwierigen Grundstück eine kraftvolle, präzise gesetzte Struktur. Das Volumen reagiert auf die Maßstäblichkeit der Umgebung und vermittelt zwischen den Bestandsbauten an der Altenberger und Brandenburger Straße. Nach Osten hin wächst der Baukörper auf bis zu sieben Geschosse an, mit Dachloggia und großem Dachgarten – inklusive Blick auf den Kölner Dom.
Städtebaulich markant ist das zurückgesetzte Erdgeschoss zum Breslauer Platz: Es schafft einen neuen Vorplatz, öffnet den Stadtraum und stärkt die Adressbildung. Hier entstehen öffentliche Nutzungen – Gastronomie, Einzelhandel, Dienstleistung – die den vorgelagerten Platzraum aktivieren und die Verbindung zur U-Bahn-Ebene verbessern. Der Haupteingang führt in ein transparentes, lichtdurchflutetes Foyer, das sich als Übergangsraum zwischen Stadt und Arbeitswelt versteht.
Die Büroetagen gruppieren sich um einen zentralen begrünten Innenhof, der für natürliche Belichtung, Durchlüftung und visuelle Vernetzung sorgt. Flexible Grundrisse ermöglichen unterschiedlichste Office-Typologien, vom klassischen Zellenbüro über Open-Space-Layouts bis zu hybriden Kombibüros. Eine Besonderheit ist die räumliche Organisation als durchlässiger Organismus mit „moving boxes“ – gestalteten Zonen für Kommunikation, Rückzug, Technik und Versorgung, die als grüne Wände, Teeküchen oder Besprechungsinseln ausformuliert werden. Vier großzügige Dachgärten und eine grüne Dachloggia erweitern die Arbeitswelt nach außen und bieten differenzierte Freiräume für konzentriertes Arbeiten, Erholung oder spontane Begegnung.
Das Projekt steht für einen bewussten Neuanfang an schwieriger Stelle. Der bestehende Hochbunker auf dem Grundstück – lange als Büro- und Parkhaus genutzt – hat den öffentlichen Raum bislang blockiert. Eine Weiternutzung dieser massiven Struktur wäre technisch wie wirtschaftlich nicht sinnvoll gewesen. Der Neubau ersetzt sie durch eine offene, transparente Architektur, die den Stadtraum zum Breslauer Platz hin wieder aktiviert und die Erdgeschosszone als wichtigen Übergangsbereich zwischen Bahnhof und Platz neu interpretiert. Von Beginn an wurde der Entwurf auf Wandel und Kreislauffähigkeit ausgelegt. Die Holzhybridkonstruktion, der modulare Ausbau und die sortenreine Trennbarkeit aller Bauteile ermöglichen spätere Anpassungen, Rückbau oder Wiederverwendung im Sinne des „cradle-to-cradle“-Prinzips. Ergänzt durch Geothermie, Photovoltaik und natürliche Lüftung entsteht ein langfristig nachhaltiges Bauwerk, das architektonisch wie ökologisch auf Zukunftsfähigkeit setzt – als Beitrag zur stadträumlichen und funktionalen Erneuerung des Ortes.
Zentrale Entwurfsidee ist die Verbindung von Arbeitswelten mit qualitätsvollen Grünräumen. Der Innenhof versorgt nicht nur die umliegenden Büroflächen mit Tageslicht, sondern fungiert als ruhige Mitte, die visuelle Bezüge zwischen den Arbeitszonen herstellt. Das Prinzip der „grünen Fuge“ wird konsequent fortgeführt: Vier intensiv begrünte Dachgärten und eine Dachloggia mit Domblick bieten alternative Orte für Rückzug, Austausch und Outdoor-Work. Sie erweitern die Arbeitslandschaft um vielfältige, atmosphärisch dichte Freiräume – mit hoher Aufenthaltsqualität und ökologischer Wirkung zugleich. Im Inneren prägt eine klar strukturierte, modulare Organisation das Raumgefüge. Neben klassischen Arbeitsplätzen entstehen vielfältige Kombizonen – Besprechungsboxen, Teeküchen, Rückzugsorte und Meetingpoints. Als „grüne Wände“ oder mit Filzmaterialien ausgekleidet, übernehmen sie akustische und klimatische Funktionen und tragen zur Orientierung und Identitätsbildung bei.
Mit dem Pandion Officehome setzen wir unsere Arbeit an städtebaulich markanten Eingangsorten Kölns fort. In unmittelbarer Nachbarschaft des ICE-Bahnhofs Köln Messe/Deutz stehen mit der realisierten MesseCity Köln und der projektierten Unternehmenszentrale der Koelnmesse bereits zwei bedeutende Projekte, am Hauptbahnhof ergänzt nun dieses Bürogebäude das Ensemble auf der gegenüberliegenden Rheinseite. In vergleichbarem städtebaulichem Kontext haben wir zudem am Bahnhof Bern-Wankdorf drei Gebäude in der WankdorfCity realisiert.
Auftraggeberin
PANDION AG
Größe
rd. 11.000 m² BGF
Planung und Realisierung
2023–heute
Leistung
Hochbaulicher Realisierungswettbewerb 1. Platz, Objektplanung LPH 1–4
Visualisierungen: GRAPH Visual Studio, Barcelona