Wohnhaus für Studierende und Lernende WankdorfCity II Bern
Neubau eines Wohnheims mit gewerblichen Nutzungen
Zentrale Lage, kompakte Grundrisse und Raum für Gemeinschaft.
Mit dem Rückbau eines ehemaligen Schlachthofs im Berner Stadtteil Wankdorf wurden die Voraussetzungen für die Entwicklung eines neuen Stadt- und Dienstleistungsquartiers entlang der schweizerischen Hauptbahntrasse zwischen Zürich und Bern geschaffen. Die Entwicklung der WankdorfCity schafft dringend benötigte Flächen für die Erweiterung der Stadt Bern zwischen Autobahn und Bahnlinie – eine Lage, die gleichermaßen gut angebunden und durch Emissionen belastet ist. Städtebau und Architektur verlangen ein hohes Maß an Robustheit, um Qualität, Dauerhaftigkeit und Nutzungsoffenheit zu sichern.
Der Masterplan zeigt eine für Bern eher untypische, großmaßstäbliche Struktur auf einem verhältnismäßig kleinen Areal. Urbanität entsteht jedoch nicht nur durch gute Anbindungen und eine Mischung aus Wohnen und Arbeiten, sondern auch durch städtebauliche Tiefe. Das neue Quartier bietet neben einem zentralen, städtischen Platz und einer klaren Orientierungsachse auch eine zweite Reihe zum Entdecken von alternativen Wegeverbindungen und kleinen Orten.
Gemeinsam mit dem benachbarten Hochhaus und dem Hotel bildet das Wohnhaus für Studierende und Lernende ein Ensemble im Zentrum des neuen Stadtteils. Der Entwurf nutzt die gegebenen Möglichkeiten des Masterplans und positioniert das Langhaus weggerückt vom Hochhaus, so dass eine zweite Reihe von Erschließungswegen in der Tiefe des Quartiers entsteht. Als Wohnort für Studierende und Lernende trägt das Gebäude zur sozialen und funktionalen Durchmischung des Quartiers bei. Es bringt eine junge Bewohnerschaft ins Stadtgefüge und erweitert das Nutzungsspektrum um gemeinschaftlich orientiertes Wohnen.
Auf dem rund 65 Meter langen Baufeld gruppiert sich das viergeschossige Gebäude um zwei Innenhöfe. Es beherbergt 138 Appartements, die sich auf drei Obergeschosse verteilen. Das Erdgeschoss nimmt gewerbliche Nutzungen auf und belebt den Straßenraum, während im Untergeschoss eine Tiefgarage die Verbindung zu den beiden weiteren Bausteinen des WankdorfCity Trios herstellt.
In den Obergeschossen wechseln private und gemeinschaftliche Zonen: Entlang der Außenfassade reihen sich die privaten Zimmer, gefolgt von einem umlaufenden Erschließungsband, das sie vom inneren Gemeinschaftsbereich trennt. Die gemeinschaftlichen Koch-, Ess- und Aufenthaltsräume sind vollständig innenliegend angeordnet und werden über die beiden Höfe natürlich belichtet und belüftet. Durch die geschossübergreifenden Sichtbeziehungen entstehen Orte des Austauschs und der informellen Begegnung.
Die Appartements sind nach modularen prefab-Prinzipien vorgefertigt und bieten unterschiedliche Größen – von Zweierkonfigurationen bis zu Studios mit eigenem Bad und Kochnische. Sämtliche Einheiten sind so konzipiert, dass sie langfristig auch für Mikroappartements für andere Zielgruppen einsetzbar sind. Den Abschluss des Gebäudes bildet eine gemeinschaftlich nutzbare Dachterrasse mit Ausblick ins Grüne – ein weiterer Ort für Begegnung und Rückzug.
Auftraggeberin
Losinger Marazzi SA/AG, Bern
Größe
rd. 6.120 m² GF, 138 Wohneinheiten
Planung und Realisierung
2016–2019
Leistung
Realisierungswettbewerb, Objektplanung LPH 1–8
Zusammenarbeit
GWJ Architektur, Bern
Fotocredit: Damian Poffet, ASTOC