Deutsches Herzzentrum Charité Berlin
Wettbewerbsbeitrag für einen Neubau
Ein neuer Hochpunkt markiert den Auftakt der Campus-Magistrale und vereint das Deutsche Herzzentrum mit der Notaufnahme in einem hochfunktionalen Gebäude.
Unser Wettbewerbsbeitrag für das Deutsche Herzzentrum der Charité (DHZC) verfolgt einen doppelten Anspruch: Er schafft ein leistungsfähiges Gebäude für medizinische Hochtechnologie und positioniert sich zugleich als stadträumlich markantes Ensemble auf dem Campus Virchow der Charité. Als Teil des neuen Masterplans bildet das DHZC mit seiner vertikalen Akzentuierung den südlichen Auftakt der zukünftigen Campus-Magistrale. Es stärkt die städtebauliche Präsenz der Charité gegen über dem öffentlichen Rum und inszeniert mit einem dreigeschossigen Foyer die neue Adresse für Patienten, Besucher:innen und Mitarbeitende.
Zugleich antwortet der Entwurf auf die komplexen Anforderungen eines universitären Herzzentrums, das verschiedene medizinische Disziplinen vereint. Technisch Effizienz, funktionale Klarheit und eine strukturierte Organisation stehen dabei im Zentrum der Architektur. Räume für Diagnostik, OP und Intensivmedizin im unteren Gebäudeteil sowie Betten- und Verwaltungsbereiche in den Obergeschossen greifen auf ein durchgängiges Raster und flexible Geschosshöhen zurück. Diese Struktur gewährleistet eine langfristige Nutzungsfähigkeit bei gleichzeitig hoher Anpassungsfähigkeit an den medizinischen Fortschritt.
Der Wettbewerbsbeitrag für das Deutsche Herzzentrum Charité versteht sich als kraftvoller Auftakt eines umfassenden städtebaulichen Transformationsprozesses auf dem Campus Virchow in Berlin-Wedding. Der neue Haupteingang des Campus wird durch ein markantes Hochhaus definiert, das zugleich den Auftakt einer neuen Campus-Magistrale bildet. Ein dreigeschossiges Foyer begleitet diese innere Achse und ermöglicht eine klare Orientierung über alle Ebenen hinweg.
Die architektonische Setzung antwortet bewusst auf die angrenzenden Stadträume: Ein neu geschaffener Platz im Süden öffnet das Gebäude zur Stadt, während Dachgärten und begrünte Terrassen den angrenzenden Park in die oberen Ebenen hinein verlängern. Der Wettbewerbsentwurf folgt funktionalen Prinzipien, die auf moderne Anforderungen des Klinikbetriebs reagieren: klar zonierte Sockelgeschosse für Diagnostik, OP und Intensivmedizin, darüber liegende Pflegegeschosse mit hoher Aufenthaltsqualität. Durchgängige Geschosshöhen, ein tragwerksoptimiertes Raster sowie eine einfache Struktur unterstützen eine hohe Flexibilität und ermöglichen langfristige Anpassungsfähigkeit und Nachhaltigkeit.



Der Entwurf differenziert die Anforderungen an Funktionsbereiche und Pflegezonen mit hoher Präzision. Im unteren, hochtechnisierten Bereich sind zentrale Einrichtungen wie die Zentrale Notaufnahme (ZNA), Herzkatheterlabore, Hybrid-OPs und Intensivpflege angesiedelt – kompakt organisiert entlang kurzer Wege. Die Magistrale erschließt diesen Bereich großzügig und bildet zugleich die soziale Mitte: mit Aufenthaltsbereichen, Orientierungspunkten und räumlicher Offenheit.
In den darüber liegenden Geschossen liegt der Fokus auf einer heilsamen Umgebung für Patient:innen und Personal. Pflegebereiche profitieren von Tageslicht, Rückzugsmöglichkeiten und Sichtbezügen in den Außenraum. Die Patientenzimmer sind so organisiert, dass medizinische Versorgung und Privatsphäre bestmöglich in Einklang stehen. Drei Dachterrassen greifen die Idee eines „grünen Krankenhauses“ auf – als soziale Orte für Austausch, Regeneration und Therapie im Freien. Sie stärken die Identität des Hauses und die Einbindung in den städtischen Raum.




Mit dem 2. Preis im Wettbewerb um das Deutsche Herzzentrum der Charité bestätigen wir unsere hohe gestalterische und planerische Kompetenz im sensiblen Typus des Gesundheitsbaus. Besonders deutlich zeigt sich dies im Anna-Seiler-Haus des Inselspitals Bern, das wir nach dem Wettbewerbserfolg als Generalplaner (in Arbeitsgemeinschaft mit GWJ und IAAG) bis zur Eröffnung 2023 realisiert haben. Die Entwurfsqualität beim DHZC steht in einer Linie mit unserer Erfahrung im komplexen medizinischen Bauen.
Auftraggeberin
Charité Universitätsmedizin Berlin
Größe
rd. 71.000 m² BGF
Planung
2021
Leistung
Realisierungswettbewerb 2. Platz
Zusammenarbeit
a|sh Architekten, Düsseldorf, LA21 Landschaftsarchitekten, Berlin, R&P Ruffert, Düsseldorf, DS Plan, Köln
Visualisierungen: Play-Time, Barcelona