Next Level – Verkehrsraum

Wollen wir die Mobilitätswende ernst nehmen, müssen wir uns anders mit den Verkehrsräumen auseinandersetzen

„Magistralen sind Hauptverkehrsstraßen und zugleich Orte zum Wohnen, Arbeiten und Leben. Mit einem gesamtstädtischen Masterplan setzt sich die Freie und Hansestadt Hamburg als erste deutsche Metropole mit der zukünftigen Rolle ihrer Magistralen auseinander.“ Was wir in Hamburg zusammen mit unserem Planungsteam (urban catalyst, ARGUS Stadt und Verkehr, berchtoldkrass space & options), den städtischen Behörden und Bezirken seit mehr als zwei Jahren untersuchen, ist auf verschiedenen Ebenen in allen unseren Städten notwendig. Das Zusammendenken der Bedeutung der Hauptverkehrsachsen mit den Entwicklungsmöglichkeiten der anliegenden Quartiere, aber eben auch die Umgestaltung der Straßenräume selbst, die neben Ihrer Funktion als Mobilitätstrassen zukünftig ein wesentliches Instrument für Klimaanpassungsmaßnahmen und resiliente Stadtentwicklung sind. In Hamburg entsteht ein strategisches Planwerk für die zehn Magistralen der Stadt, das Aufgaben und Anforderungen zusammendenkt. Gleichzeitig beschreibt es die Transformation typischer Situationen und konkreter Orte entlang der insgesamt 160 Kilometer Magistralen, die unterschiedlicher kaum sein können.

Auch an anderer Stelle rücken wir diese Räume in den Fokus der Stadtentwicklung: In Köln haben wir die Stadtachsen in der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ als ein wichtiges Leitmotiv der zukünftigen Entwicklung verankert. Im 2025 durch uns fertig gestellten Höhenentwicklungskonzept der Stadt Köln sind sie ebenfalls bedeutender Entwicklungsraum für Höhe, Dichte, gemischte und öffentliche Nutzungen.

Internationales Bauforum 2019 Magistralen 

In unseren Quartiersplanungen verfolgen wir aktiv eine zukunftsorientierte Auseinandersetzung mit Verkehrsräumen: Das Bahnhofsquartier in Dachau formuliert für das gesamte Bahnhofsumfeld eine neue Perspektive als innerstädtisches Quartier, und schlägt eine ambitionierte Organisation und Gestaltung der Verkehrsräume vor. Das Quartier wirkt als Vorzeigeprojekt der internationalen Bauausstellung (IBA) der Metropolregion München. In Gladbeck entsteht im Rahmen des Projekts „37° Nordost – Städtebauliche Entwicklung Gladbeck“ eine Zukunftsperspektive für die Stadt durch eine Tunnellösung für die A52, die heute noch mitten durch die Stadt verläuft. Die Stadt nutzt diese Transformation eines Verkehrsraums als Impuls, übergeordnete Fragen von Klimaanpassung, Mobilitätswende, Innenentwicklung und heterogener Bewohnerstruktur zu adressieren.

Über die Projektarbeit hinaus setzen wir uns als „Good Mobility Fellows“ für nachhaltige Mobilität ein. Fünf Auditoren und Auditorinnen prüfen unsere Projekte – von städtebaulichen Konzepten bis zur Objektplanung – auf ihre Mobilitätsqualität entsprechende den Kriterien des „Good Mobility Council“.

Bahnhofsquartier Dachau

Fotocredit: ASTOC