Transformation der besonderen Art

Aus dem Bestand geschnitzt – aus einer geschlossenen Großstruktur entsteht ein offenes Quartier

Die Transformation bestehender Gebäude bietet enormes Potenzial für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Anstelle von Abriss und Neubau rückt der ressourcenschonende Umbau von der Umnutzung über den Dachausbau, Aufstockungen bis hin zur Transformation von funktional überholten Großstrukturen in den Mittelpunkt. In ehemaligen Einkaufszentren oder Bürokomplexen entstehen neue, gemischte Stadtquartiere. Solche Projekte ermöglichen neben dem nachhaltigen Aspekt der Wiedernutzung auch einen wichtigen Beitrag zur sozialen Durchmischung und zur Belebung von Stadtteilen – sind aber komplex in ihrer tatsächlichen Umsetzung.

Ein Beispiel ist das von ASTOC und bauchplan entwickelte Blauquartier in Ulm: Aus der größten Shoppingmall Baden-Württembergs entsteht ein offenes Stadtviertel. Statt Rückbau setzen wir auf Erhalt und Weiterentwicklung – von der Tiefgarage bis zur Tragstruktur. Rund 45.000 m² ehemals monofunktionale Handelsfläche werden in gemischte urbane Nutzungen, gemeinschaftliche Räume und neuen Wohnraum für über 2.000 Menschen transformiert. Das Blauquartier verwandelt sich von einem geschlossenen Raum in einen zentral gelegenen, identitätsstiftenden Ort für die Stadtgesellschaft.

Unsere Herangehensweise ist schon sehr früh interdisziplinär: Die Planung von Städtebau, Architektur und Tragwerk greifen von Anfang an ineinander und intergieren etwa das Regenwassermanagement. Wir bauen mit und auf bestehende Tragstrukturen des Centers, nutzen vorhandene Baumaterialien und Infrastrukturen weiter und ergänzen sie durch leichte, modulare Aufbauten.

Transformation ist keine Übergangslösung, sondern eine bewusste Haltung. Sie ist ein Schlüssel für die nachhaltige Entwicklung urbaner Räume – ressourcenschonend, sozial wirksam, identitätsprägend und gleichzeitig eine große Herausforderung in der Umsetzung. Das mögen wir!

Fotocredit: ASTOC