Wissenstransfer und Stadtentwicklung
5. August 2026
Die Planungsakademie der Professor Albert Speer Stiftung
Ein Jahr intensiver fachlicher Diskurs, die Reflexion etablierter Planungsprozesse und der Austausch über Disziplingrenzen hinweg liegen hinter uns. Unsere Kollegin Lena Piepmeyer hat erfolgreich an der Planungsakademie der Professor Albert Speer Stiftung teilgenommen. Das Programm bietet jungen Planerinnen und Planern eine exzellente Plattform, um die komplexen Anforderungen an eine nachhaltige und zukunftsfähige Stadtentwicklung außerhalb des operativen Projektgeschäfts zu untersuchen. In drei Workshop-Phasen wurden aktuelle Herausforderungen der Planungspraxis analysiert, wobei das Ziel des Formats darin besteht, unterschiedliche Perspektiven aus Architektur, Stadtplanung, Landschaftsarchitektur und Wissenschaft zusammenzuführen. Für ASTOC ist die Teilnahme an solchen Formaten ein wesentlicher Baustein der internen Wissensentwicklung und der aktiven Mitgestaltung des fachlichen Diskurses über die Zukunft unserer Städte.


Ein zentraler Bestandteil der Akademiearbeit war die Untersuchung konkreter Fallbeispiele aus der Praxis. Lena Piepmeyer brachte hierzu das MAGNUM Areal in Osnabrück ein, ein Konversionsprojekt, das beispielhaft für die aktuellen Fragestellungen der Quartiersentwicklung steht. Die Diskussionen im Plenum und in den Arbeitsgruppen konzentrierten sich auf die Reibungspunkte zwischen Entwurfsidee, rechtlichem Rahmen und ökonomischer Realität. Dabei wurde insbesondere die Frage erörtert, welches Maß an Umnutzung bestehender Industriehallen für ein ökologisch und städtebaulich nachhaltiges Quartier verträglich ist. Parallel dazu wurde untersucht, wie sich die visionären Ansätze eines Wettbewerbsentwurfs unter den oft restriktiven Rahmenbedingungen des aktuellen Planungsrechts in tragfähige Umsetzungskonzepte übersetzen lassen, ohne die ursprüngliche Qualität zu verlieren.
Ein besonderes Augenmerk galt zudem dem Erhalt identitätsstiftender Räume. Es wurde intensiv diskutiert, wie bauliche Strukturen integriert werden können, die zwar keinen formalen Denkmalschutz genießen, jedoch für die lokale Identität und die Authentizität eines Ortes von zentraler Bedeutung sind. Die Ergebnisse der Planungsakademie verdeutlichen, dass die Qualität künftiger Stadtquartiere maßgeblich von der Offenheit für interdisziplinäre Kritik und dem Mut zu neuen Wegen in der Bestandsentwicklung abhängt. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen unmittelbar in die weitere Projektentwicklung des MAGNUM Areals und in unsere bürointerne Wissensbasis ein. Unser Dank gilt der Professor Albert Speer Stiftung, den Coaches sowie allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für den inspirierenden Austausch und die wertvolle fachliche Reibung.
Credits: Professor Albert Speer Stiftung