25 Jahre learning from Hafencity

Unsere Rahmenplanung lässt die Innenstadt Hamburgs seit einem vierteljahrhundert wachsen

Die Revitalisierung ehemaliger Industrie- und Hafenareale zählt nach wie vor zu den bedeutendsten Herausforderungen der Stadtplanung in europäischen Metropolen. In Hamburg transformiert der interdisziplinär entwickelte Masterplan von ASTOC (Köln), KCAP Architects & Planners (Rotterdam) in Zusammenarbeit mit der Stadt Hamburg seit Beginn der 2000er Jahre die brachliegenden Flächen südlich der historischen Speicherstadt in ein dicht gemischtes Stadtquartier. Die funktionale Durchmischung wird als Motor sozialer und ökonomischer Vitalität begriffen – vergleichbar mit Projekten in Kopenhagen, Rotterdam oder Dublin. Die 157 Hektar große HafenCity ist dabei fester Bestandteil Hamburgs mit weltbekannten und viel diskutierten Ikonen wie der Elbphilharmonie. Sie erfüllt eine doppelte Rolle: Sie schafft dringend benötigten urbanen Raum und setzt zugleich neue architektonische, infrastrukturelle sowie gesellschaftliche Standards – ein Symbol für das weltoffene und wirtschaftlich zentrale Hamburg.

Die Programmierung der Nutzungen hat sich im Laufe der Zeit mehrfach geändert. Zwei Immobilienkrisen haben ihre Prägung hinterlassen, und auch der Klimawandel erfordert neue Herangehensweisen. Die robuste Grundstruktur der HafenCity kann diese veränderten Anforderungen aufnehmen, sie wächst stetig weiter. Durch ihren langen Umsetzungszeitraum ermöglicht sie gleichzeitig eine Reflektion des bisher entstandenen. Sie setzt sich dabei Kritik aus und kann auf diese reagieren. Im intensiv genutzten urbanen Raum finden Kurskorrekturen statt, die aktuelle Randbedingungen von Stadtleben, Klima und Wirtschaft berücksichtigen.

Die HafenCity ist für uns ein fortwährender und dynamischer Prozess zur Neudefinition städtischer Lebensräume unter wechselnden ökologischen, sozialen und technologischen Bedingungen. So macht die HafenCity anschaulich, wie sehr große Stadtentwicklungen immer auch Momentaufnahmen der gesellschaftlichen und ökonomischen Standards und Trends sind. Das macht uns stolz und kritisch zugleich.

Fotocredit: Thomas Hampel, M. Stein/Adobe, Prof. Dipl.-Ing. Leonhard Schenk, ASTOC