Planung im digitalen Modell

Die Anforderungen an nachhaltige Quartiersentwicklungen sind gerade in den frühen Planungsphasen stark gestiegen

Das spüren wir bei fast allen unserer Projekte: Es gibt mehr Themen zu klären, höhere Anforderungen zu erfüllen, damit mehr Fachdisziplinen zu koordinieren und am Ende viele Daten zu verwalten und miteinander ins Verhältnis zu setzen. Wir wollen vergleichen, auswerten und visualisieren, und darüber hinaus gute Schnittstellen zu unterschiedlichen Softwarelösungen bieten, beispielsweise für klimatologische Gutachten. Gleichzeitig gibt es mehr und mehr frei verfügbare Datensätze, die wir in unserer Arbeit gewinnbringend einsetzen können.

Auch die von uns erzeugten Daten und Modelle können analog zu den Datensätzen des Building Information Modelling (BIM) in der Objektplanung weiterverwendet werden – die Nachhaltigkeit der Daten ist für uns ein wichtiger Aspekt. Damit ändern sich auch die Planungsprodukte, weg von statischen Papiertigern hin zu dynamischen Modellen.

Beim Magnum-Areal in Osnabrück, der Transformation eines ehemaligen Stahlwerks zu einem produktiven und gemischten Stadtquartier, setzen wir dafür unser digitales Quartiersmodell ein, das wir in Kooperation mit urbanistic und List Eco entwickelt haben. Damit erarbeiten und koordinieren wir parallel die Rahmenplanung, Bauleitplanung, Investitionskosten, eine DGNB-Quartierszertifizierung in Platin, den ersten Bauabschnitt im Modularen Bauen und die Vorbereitung einer Materialdatenbank. Das Modell ist für uns gleichermaßen dreidimensionales Planungstool wie Datenspeicher und Kommunikationsinstrument.

Die BIM-basierte Objektplanung ist bei uns bereits seit vielen Jahren eine wichtige Instanz, die wir pflegen und entwickeln und in der wir Qualitätsmaßstäbe setzen. Das 2023 fertig gestellte Anna Seiler Haus, der Neubau des Hauptgebäudes des Universitätsspitals Bern, war seinerzeit das größte BIM Projekt der Schweiz.

Unser Ziel ist es nicht nur, die Planungsmaßstäbe effizient miteinander zu verbinden, sondern die Erfordernisse der Nachhaltigkeit mit den Möglichkeiten des digitalen Planen und Bauens und der Notwendigkeit der Wirtschaftlichkeit möglichst früh in unseren Projekten zu verankern. Um dies wissenschaftlich fundiert zu untermauern, forschen wir gemeinsam mit dem Lehrstuhl Entwerfen und Konstruieren der Hochschule Bochum zum Thema digitaler Informationstransfer zur Einordnung lebenszyklusbasierter Emissionen von Bestandsgebäuden und -quartieren unter kommunalen Rahmenbedingungen und Feststellung von Wechselwirkungen.

BIM-Koordination im Projekt Spandauer Ufer, Berlin