Zurückerobern von verlorenen Räumen

Transformation geschieht auf vielen Maßstabsebenen – je früher und übergeordneter der Ansatz, desto grösser der potenzielle Effekt

Bei der Renaturierung der Emscher wurde über mehr als zwei Jahrzehnte ein begradigter, verschmutzter Abwasserlauf, die „Köttelbecke“, in eine lebendige Flusslandschaft verwandelt. Auf 83 Kilometern fließt die Emscher heute wieder durch neu gewachsene Kulturräume, vorbei an brachliegenden Industrieflächen, die sich als Orte zum Wohnen, Arbeiten, für Freizeit, Kultur und Tourismus zeigen. Ausgedehnte Rad- und Wanderwege erschließen die neue Flusslandschaft von der Quelle bis zur Mündung. Das Abwasser wird jetzt vollständig unterirdisch gesammelt und abgeleitet.

Diese Verwandlung einer ganzen Region zeigt, was möglich ist, wenn Baukultur, ökologische Verantwortung und regionale Zusammenarbeit Hand in Hand gehen. ASTOC hat nicht nur die übergeordnete Planung gestaltet, sondern auch die beteiligten Kommunen und Bezirke befähigt, die sich auftuenden Möglichkeiten aufgrund der Infrastrukturmaßnahme zu erkennen und zu nutzen – und dies nicht nur auf der eigenen Gemarkung, sondern vor allem im Verbund.

Dabei arbeiten wir auf vielen Ebenen: Wir setzen Prozesse in Gang und moderieren sie. Wir vernetzen Kommunen, Verbände, Vereine und Bürger, um gemeinschaftliches Handeln zu ermöglichen. So entstehen Projekte, die über die klassische Planung hinausgehen – sie schaffen Räume für Kunst, Kultur, Freizeit und Begegnung. Am Beispiel des Emscherraums sind das mittlerweile rund 200 Projekte, die durch zahlreiche Institutionen, Verbände und Vereine umgesetzt wurden und werden. Wir bringen die Ausdauer mit, große Vorhaben mit vielen Beteiligten zu denken, anzuschieben, zu begleiten und in lokale Hände zu legen.

„Sprung über die Emscher“: Die stählerne Zügelgurtbrücke gilt als neues Wahrzeichen und Landmarke im Norden des Ruhrgebiet.

Fotocredit: „Sprung über die Emscher“ Rupert Oberhäuser, Masterplan Emscher Zukunft Metropole Ruhr ASTOC