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D-Attendorn Bürogebäude Viega
Die Stärke der deutschen Wirtschaft liegt in der Vielzahl kleinerer und mittelgroßer Unternehmen, die – auch wenn sie keine weltbekannten Markenartikler sind – in ihrer Branche zu den Marktführern gehören. Die bodenständige, in der vierten Generation familiengeführte Firma Viega ist dafür ein gutes Beispiel. Ihr Stammsitz liegt versteckt, aber pittoresk in dem Örtchen Attendorn im tiefsten Sauerland in Westfalen. Die Firma stellt Produkte für die Installationstechnik her und ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gewachsen.

Der Entwurf von ASTOC für den Um- und Neubau der Firmenzentrale ging als erster Preis aus einem gewonnenen Gutachterverfahren hervor. Am Hauptsitz in Attendorn hatte das Wachstum baulich zu einem Firmensitz geführt, der seine „Jahresringe“ aus Büros, Forschung und Produktion rund um die Fabrikantenvilla als Keimzelle zeigt und der – da sich die Anforderungen ständig wandeln – erweitert und dabei grundlegend umstrukturiert werden musste. Die Produktion wurde vor die Tore der Stadt verlagert.

Dem Werksgelände fehlte es bis dato an einer baulichen Mitte und einer architektonischen Identität. Es gab kein markantes Entree, kein „Herz“ und auch kaum einladende Räume. Der Neubau schafft nun zugleich erstmals eine architektonisch formulierte Mitte, aber auch einen „Eingang zur Stadt“ und fungiert mit seinen zahlreichen Anschlussstellen an die verschiedenen Bestandsgebäude wie ein Gelenk. Es gleicht damit einem Bestandteil der Leitungssysteme, die Viega groß gemacht haben.

Der integrierende Neubau vernetzt die bestehenden Gebäude räumlich und funktional. Neben einer kommunikativen und flexiblen Bürostruktur für 350 Mitarbeiter entstanden Veranstaltungs- und Schulungsräume sowie ein Mitarbeiter- restaurant und ein neuer Vorstandsbereich. Ein glasüberdachtes Atrium mit einer geschwungenen, frei stehenden Stahl-Wendeltreppe bietet vielfältige Sichtbeziehungen und ist auch selber ein attraktiver Blickpunkt. Das neue Verbindungsbauwerk dient als „Kopf und Rückgrat“ und ermöglicht Anschlüsse an die unterschiedlichen Höhenniveaus der Altbauten. Die Büroflure führen in sanften Bögen vom Neubau in die Bestandsflächen.

Der Neubau verleiht dem Gebäudekomplex auch „Herz und Gesicht“: Hier wurden die repräsentativen und öffentlichkeits- wirksamen Nutzungen wie Foyer, Ausstellungsfläche mit Cafeteria und Geschäftsleitung angesiedelt.

Die stark vertikal geprägte Fassade erinnert an einen Strichcode und präsentiert sich in breiter Front zur Stadt. Die phasenweise Realisierbarkeit und Erweiterbarkeit war bei der Planung entscheidend. Der Neubau bietet ein hohes Maß an Vertikal-Erschließung, die Treppenhauskerne sind so angeordnet, dass in folgenden Bauabschnitten weitere Büroflügel mühelos angefügt werden können. Die Einzelbüros sind elegant gestaltet und modern ausgestattet. Zum komfortablen Arbeiten tragen ein effektiver Schallschutz und eine gute Akustik, Tageslicht und ein effektiver Blendschutz bei. Die gläsernen Wände zum Flur verleihen dem Neubau insgesamt eine hohe Transparenz. Eine Bauteilaktivierung erlaubt es, dass auf eine Klimatisierung der Büros verzichtet werden konnte.

Das neue zentrale Gebäude fördert die Kommunikation und Zirkulation zwischen den Abteilungen und in den alltäglichen Arbeitsabläufen.

Fotos: Christa Lachenmaier, Köln

PROJEKTDATEN
Auftraggeber
Viega, Attendorn

Planungs- und Bauzeit
Planungsgutachten 2006, 1. Preis
Planung 2006-2008
Realisierung 2008-2009

Größe
BGF: 11.000 qm

Mitarbeiter
Zafer Bildir, Ruth Bünker, Stefanie Glausch, Fabian Greiff, Rüdiger Hundsdörfer, Ulrich Hundsdörfer, Henning Magirius, Miriam Pfeiffer, Sabrina Rieger, Vera Witteck, Steffen Wurzbacher
Innenarchitektur: Anja Dick, Julia Hausmann, Karen Höfer

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