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D-Hamburg Holzhafen, Bürogebäude Ost
Mit dem Bauforum 1985 leitete der damalige Hamburger Oberbaudirektor Egbert Kossak die Revitalisierung des nördlichen Hamburger Elbufers ein. Architekten aus aller Welt entwickelten damals Ideen für den Hafenrand in Hamburg-Altona. Der Strukturwandel des Hafens ermöglichte die Öffnung der Stadt zur Elbe. Der Holzhafen ist das älteste Hafenbecken in Hamburg und liegt zwischen dem Fährterminal und dem berühmten Hamburger Fischmarkt. Die neuen Wohn- und Bürohäuser, die entlang der Großen Elbstraße gebaut wurden, bieten fantastische Ausblicke auf die Elbe und den Hamburger Hafen. Der in einem internationalen Wettbewerb ausgezeichnete Entwurf für die Bebauung des Holzhafens von ASTOC, Kees Christiaanse und Christian Herbert wurde in der Folge überarbeitet und die Büroflächen zugunsten von Wohnungen reduziert. Am Holzhafen selbst wurde ein durchgängiger Weg mit öffentlichen Plätzen an der Elbe geschaffen. ASTOC, Kees Christiaanse und Christian Herbert sahen in ihrem Entwurf drei Gebäude vor: Zwei flankierende Bürogebäude mit Backsteinfassaden rahmen dabei einen zwanziggeschossigen gläsernen Wohnturm. Die drei Gebäude bilden somit eine kontinuierliche Wasserfront.

Traditionell liegt zwischen der Hamburger Innenstadt und der Elbe ein schmaler Streifen Lagerhäuser, wie in der berühmten Speicherstadt. Die Speicher haben in der Regel rote Backsteinfassaden. Dieses Motiv greift der Entwurf für den Holzhafen auf.

Der städtebauliche Entwurf ist abgeleitet aus dem Wechsel von massiven Lagerhäusern und Freiräumen entlang der Kai-Kante der Elbe. Die beiden Bürogebäude fassen als Ziegelgebäude das kristallin wirkende gläserne Wohngebäude am Hafenbecken. Die Gebäude gehören zu dem unter der Leitung von Senats- baudirektor Kossak entwickelten Planungsprinzip, das eine „Perlenkette“ zwischen Elbhang und Fluss entlang der Hamburger Waterkant vorsah. Die Stadt sollte wieder an das Wasser herangeführt werden.

Das Bürogebäude Ost bietet 16.000 Quadratmeter Brutto- geschossfläche und war das erste fertiggestellte Gebäude des baulichen Trios. Es ist wie ein „Fenster zum Hafen“ angelegt und fungiert umgekehrt auch als „Fenster zur Stadt“. Das Büro- gebäude mit mäandrierenden Grundrissen vermittelt mit seiner Klinkerfassade und seinen sieben Geschossen zwischen den benachbarten historischen Speicherhäusern und den Neubauten. Drei Lichthöfe sorgen für Transparenz und sichern vielen Arbeitsplätzen einen einmaligen Blick auf das Wasser. Alle drei Höfe sind unterschiedlich gestaltet und erzeugen verschiedene Ausblicke und Lichteinfälle. Der mittlere Hof als Eingangshalle ist größer und repräsentativer als die beiden anderen Höfe, weil er als zentraler Zugang und räumliche Visitenkarte des Hauses dient.

Restaurants und Läden im Erdgeschoss sorgen ebenso wie ein hölzerner Fußweg vor dem Gebäude für mehr urbanes Flair im Quartier am Holzhafen. Das Gebäude zeigt Präsenz, ohne den Blick auf die Elbe zu versperren. Der skulptural geformte Baukörper verknüpft symbolisch die Stadt mit dem Wasser. Das Gebäude ist so perforiert, dass Blicke von der Stadt durch das Gebäude möglich sind. Für die Fassade, die Unterseiten der brückenartigen Bauteile und die Böden wurde ein einheitlicher Ziegel verwendet. Diese Klinkerflächen sind wie eine „Haut“ gestaltet. Das bedeutet, dass sie zwar eine angenehme Haptik, Farbigkeit und Textur bringen, sie wurden jedoch nicht nach Innen- oder Außenfassaden differenziert oder mit besonderen Details akzentuiert: Die Detaillierung ist im Gegenteil betont diskret und unauffällig. Selbst die Attiken und Sohlbänke der Fenster wurden als Fertigteile aus demselben Klinker hergestellt, um eine möglichst homogene und durchgehende Wirkung der Fassaden zu erzielen. Das gilt auch für die elastischen Seilfassaden, die eine rahmenlose Verglasung der zentralen Eingangshalle tragen. Die Fassaden wirken so, als würden sie tatsächlich nur aus Stein oder Glas bestehen.

Für den Fall einer Sturmflut und eines damit verbundenen Hochwassers, wie es den Holzhafen regelmäßig heimsucht, haben die Planer bei der Gestaltung des Bürohauses vorgesorgt und eine elegante Fußgängerbrücke zu einem Bürohaus desselben Bauherren auf der anderen Seite der Großen Elbstraße am Fuß des Elbhangs gebaut, über die man bei Hochwasser „von oben“ an seinen Arbeitsplatz gelangen kann.

In Zusammenarbeit mit Kees Christiaanse, Rotterdam;
Örtliche Repräsentanz: Kunst + Herbert, Hamburg;
Fotos: HG Esch, Hennef

Auszeichnungen:
Jahrbuch Architektur in Hamburg: Beste Projekte 1989-2008, Preis in der Kategorie Büro- und Gewerbe;
DIE WELT / BDA Hamburg Publikums Architektur Preis 2005",
3. Preis;
BDA Hamburg Architektur Preis 2005, 2. Preis;
Brick Award 2004, Anerkennung;
Architekturpreis der Hypo Real Estate Stiftung für vorbildliche Gewerbebauten 2004;
Bauwerk des Jahres 2002 – Auszeichnung des Architekten- und Ingenieurvereins Hamburg e.V.

PROJEKTDATEN
Auftraggeber
B&L Gruppe, Hamburg

Planungs- und Bauzeit
Wettbewerb 1994, 1. Preis
Planung 1999-2000
Realisierung 2000-2003

Größe
BGF: 16.000 qm

Mitarbeiter
Anja Dick, Christian Dieckmann, Niels Frerichmann, Johannes Groote, Christian Herbert, Leo Oorschot, Oliver Schmidt, Robert Wetzels

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