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D-Metropole Ruhr Deutscher Städtebaupreis 2012 (1/2)
Der deutsche Städtebaupreis wird in zwei Sparten vergeben. Neben dem klassischen Städtebaupreis wird ein Sonderpreis ausgelobt, der vor allem dem Aufspüren neuer städtebaulicher und stadtplanerischer Handlungsfelder, Strategien und Verfahrenswege dient.

Der von ASTOC Architects and Planners entwickelte Masterplan Emscher-Zukunft hat beim Deutschen Städtebaupreis 2012 den Sonderpreis zum Thema "Integration und Transformation technischer Infrastrukturen in Stadt und Region" gewonnen.

Technische Infrastrukturen prägen unsere gebaute Umwelt. Diese Infrastrukturen, ob im Bereich des Verkehrs, der Energie- versorgung, der Ver- und Entsorgung von Wasser oder der Kommunikation, unterliegen einem ständigen Prozess des Wandels, der Anpassung und Erneuerung.

Mit dem Sonderpreis werden Lösungen zur Integration und Transformation technisch notwendiger Infrastrukturen in Stadt und Land ausgezeichnet, die innovativ und beispielhaft für einen baukulturell anspruchsvollen Umgang mit den o.g. Heraus- forderungen stehen. Auch im Bereich der technischen Infra- struktur kann dies nicht allein Sache von Spezialisten und Fachleuten sein, sondern wird nur in gemeinsamer Anstrengung mit den Betroffenen und Bürgern gelingen. Insofern standen Projekte besonders im Fokus, die neben technischer und städtebaulich-gestalterischer Innovation auch neue Wege der Verfahrenskultur beschritten haben.

Der Masterplan Emscher-Zukunft definiert Vision und Leitbild für die städtebauliche und landschaftliche Entwicklung des Neuen Emschertals und leitet daraus ein konkretes planerisches und räumliches Bild ab. In hunderten von Gesprächen mit den Beteiligten Kommunen, Anwohnern und Grundeigentümern wurde gleichzeitig die Idee einer offenen Transformations- strategie in das Masterplanwerk integriert. Als anpassungsfähige, flexibel agierende und reagierende Planungsplattform sorgt der Masterplan damit nicht nur für einen Austausch zwischen den verschiedenen Fachdisziplinen, sondern auch zwischen Politik, Verwaltung und den Menschen vor Ort.

Dabei gehen die einzelnen Planwerke (Freiraumplanung und Städtebau, Ökologie und Wasserwirtschaft) in ihrer räumlichen Ausdehnung über die rund 50 Nebenläufe und vielfältigen Wegeverbindungen weit über die Emscher hinaus. Der Umbau der Emscher wird die industrielle Kulturlandschaft des Emschertals nachhaltig verändern. In einigen Nebenläufen der Emscher fließt bereits wieder klares und sauberes Wasser. Bereits in ein paar Jahren werden die offenen Schmutzwasser- läufe der Vergangenheit angehören. Aus dem „Entsorger“ von Abwässern wird ein „Versorger“ mit wertvollen Biotopen, attraktiven Orten zum Wohnen und Arbeiten, ein Landschaftsraum für Kunst, Kultur und Freizeit.

www.staedtebaupreis.de