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D-Köln Deutscher Städtebaupreis 2012 (2/2)
Der deutsche Städtebaupreis wird in zwei Sparten vergeben. Neben dem klassischen Städtebaupreis wird ein Sonderpreis ausgelobt, der vor allem dem Aufspüren neuer städtebaulicher und stadtplanerischer Handlungsfelder, Strategien und Verfahrenswege dient.

Die von ASTOC geplante Siedlung am Buchheimer Weg im Stadtteil Köln-Ostheim wurde beim Deutschen Städtebaupreis 2012 ausgezeichnet.

Mit dem Deutschen Städtebaupreis werden ausschließlich städtebauliche Projekte prämiert, die sich durch nachhaltige und innovative Beiträge zur Stadtbaukultur sowie zur räumlichen Stadtentwicklung im urbanen und ländlichen Kontext auszeich- nen. Dabei sollen die Projekte den aktuellen Anforderungen an ein zeitgemäßes Wohnen und Arbeiten ebenso Rechnung tragen wie den Herausforderungen an die Gestaltung öffentlicher und privater Grün- und Freiräume, an den Umweltschutz sowie an die Orts- und Stadtbildpflege.

Jede deutsche Stadt hat mehr als eine von ihnen: leicht ange- staubte Siedlungen aus den 1950er Jahren in Zeilen- bauweise, die schon zu ihrer Bauzeit nicht viel mehr boten als günstigen Wohnraum und weitläufige, unstrukturierte Freiflächen ohne Schnörkel.

Die Siedlung am Buchheimer Weg im Stadtteil Ostheim von Köln war dafür ein Beispiel. Jetzt, zwei Generationen nach dem Bau, müssen viele dieser Siedlungen technisch erneuert werden und die Gelegenheit ist günstig, ihr Konzept zeitgemäß zu über- denken. Das Ziel ist dabei, die günstige Bauweise für niedrige Einkommensgruppen zu erhalten und dennoch sowohl städte- baulich/freiräumlich als auch architektonisch und innenräumlich neue Qualitäten zu gewinnen. Bauherr ist die Kölner GAG, eine große gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft mit einem Bestand von mehr als 40.000 Wohnungen.

Der Entwurf für den Neubau der Siedlung beweist, dass die Vorteile des Zeilenbaus wie gute Belichtung, Belüftung und Orientierung erhalten bleiben, und dennoch überzeugende Stadträume geschaffen werden können. Die Auseinandersetzung mit dem Siedlungsbau-Erbe der 1950er und 1960er Jahre ist plötzlich hochaktuell geworden und der Entwurf für die Siedlung am Buchheimer Weg bezieht seine größere Bedeutung aus der Tatsache, dass das Projekt durchaus als Modell für andere Siedlungen dieser Art dienen kann – in Köln und anderswo. Denn es bietet bessere räumliche Qualitäten und abgestufte Freiräu- me. Es stellte sich heraus, dass ein Abriss der Siedlung und ihr Wiederaufbau ökonomisch und gestalterisch günstiger ist als eine aufwändige, grundlegende Ertüchtigung der Häuser. Insge- samt wurden 434 Wohnungen (18 Häuser in drei Bauab- schnitten) gebaut.

Obwohl die günstigen Sozialmieten erhalten bleiben konnten, gibt es Tiefgaragen mit direktem Zugang zum Gebäude. Zwei Häuser wurden mit Aufzügen ausgestattet, bei allen anderen Gebäuden können diese nachgerüstet werden. Die Größen der öffentlich geförderten Wohnungen reichen dabei von der Einzimmer- wohnung bis hin zur Vierzimmerwohnung.

Das Wohnquartier wurde um belebende Infrastruktureinrichtun- gen ergänzt wie ein Mietercafé, quartiersnahe Büronutzungen und eine dreizügige Kindertagesstätte. Die Wohnnutzung wird bereichert durch ein Wohnheim für Menschen mit Behinderung und eine Wohngruppe für Demenzkranke.

Der Entwurf für die Siedlung am Buchheimer Weg in Köln versteht sich als kritische Fortschreibung der 1950er-Jahre-Konzepte. Er beweist, dass die Lebensbedingungen in einem sozial schwierigen Stadtteil verbessert und der Nachkriegsstädtebau mit einfachen Mitteln um neue Qualitäten ergänzt werden kann. Besonders die fein abgestuften Freiräume leiten von den privaten über halböffentliche zu den öffentlichen Räumen über.

www.staedtebaupreis.de