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D-Hamburg Kooperatives Workshopverfahren Huckepackbahnhof
Das Areal des ehemaligen Güterbahnhofs Rothenburgsort, der bis in die 1990er Jahre der Verladung von Lkw auf Güterzüge diente, soll einer neuen gewerblichen Nutzung zugeführt werden. Ziel dabei ist die Entwicklung eines Gesamtkonzepts für ein vorbildhaftes und zukunftsfähiges Gewerbegebiet. Aufgrund der exponierten innenstadtnahen Lage wird ein besonders innovatives, umsetzungsfähiges und nachhaltiges Konzept für verdichtete und stapelbare Gewerbetypologien gesucht, welches durch seine städtebauliche Konfiguration und qualitätvolle Freiräume ein robustes Gesamtbild von starker, urbaner Qualität erzeugt.

Zur städtebaulichen Qualifizierung des Areals wurde im Auftrag der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt von April bis Juni 2014 eine Mehrfachbeauftragung als kooperatives und diskursives Workshopverfahren mit drei geladenen Teilnehmern durchgeführt. Ziel des Verfahrens war es, ein Gesamtkonzept für ein zeitgemäßes und nachhaltiges Gewerbegebiet zu entwickeln, das auf Basis eines robusten Baukonzeptes eine größtmögliche Nutzungsflexibilität erlaubt. Besondere Herausforderungen ergeben sich aus der Insellage des Planungsgebiets.

Das städtebauliche Konzept von ASTOC Architects and Planners folgt im Groben den bisher im B-Plan-Entwurf vorgesehenen Setzungen. Auf dieser Basis entsteht ein flexibles und doch robustes Grundgerüst, das die für die zukünftige Entwicklung notwendigen Rahmenbedingungen schafft. Südlich der Ost-West-Achse bildet eine Reihe von ca. 20 m hohen Gebäuden das Rückgrat des Gebiets. Diese „Südspange“ setzt sich zusammen aus hochflexiblen doppelten Baukörpern mit innerer Erschließungsachse und Parkhäusern. An der Billhorner Brückenstraße markiert in prominenter Lage ein Hochpunkt das Ende der Spange und dient als Landmarke für das gesamte Quartier.

Nördlich der Ost-West-Achse vervollständigen einzelne, kräftige Baukörper die bauliche Entwicklung. An der Billhorner Brückenstraße wird der Blockrand mit einem konventionellen Bürogebäude weitergeführt. Östlich schließt sich die neue Mitte des Quartiers in Form eines attraktiven Platzraums in Verbindung mit einem prägnanten Solitärgebäude an. Sowohl die Freiräume, als auch das Gebäude selbst nehmen Nutzungen wie beispielsweise Kita, Gastronomie und Veranstaltungsräume auf, die dem gesamten Quartier dienen.

Weiter östlich schließen sich die Hallen von Opernwerkstätten und -fundus an, deren genaue Form bis zum endgültigen Wettbewerbsergebnis offen bleibt. Den Abschluss im Osten bildet ein weiterer kompakter Baukörper mit einem niedrigeren Teil zur Vermittlung mit den Opernwerkstätten nach Westen und einem höheren Teil entlang des Billhorner Deichs zur Betonung des östlichen Quartierseingangs.

Insgesamt werden somit auf dem Gebiet sieben Gebäude bzw. Gebäudeensembles angeordnet, zu denen zwei Hochgaragen gehören, die in Teilen auch Lagernutzungen aufnehmen können. Die sieben Gebäudeensembles gliedern sich ihrerseits in Gebäudeteile, die durch ein engmaschiges Netz von Erschließungsstrukturen miteinander verbunden sind.

Durch die Anordnung der kompakten Baukörper mit 3 bis 6 Geschossen werden hohe bauliche Dichten erreicht, die einen urbanen Charakter erwarten lassen, der in herkömmlichen Gewerbegebieten nicht möglich ist. Gerade durch die für Gewerbegebiete unübliche städtische Atmosphäre besteht die Chance, auch Nutzergruppen anzusprechen, die normalerweise gewachsene, gemischte Quartiere bevorzugen.