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D-Köln Machbarkeitsstudie Deutzer Hafen
Der Deutzer Hafen ist ein zentrales innerstädtisches Areal. Es liegt in Sichtweite des Doms und birgt die Chance, im Zuge einer Innenentwicklung unter anderem dringend benötigten Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung entsprechend dem anhaltenden Bevölkerungswachstum Kölns zu schaffen. Im Sinne einer flächen- und ressourcenschonenden Stadtentwicklung strebt die Stadt Köln im Deutzer Hafen die Umnutzung und Verdichtung bestehender stark mindergenutzter Gewerbe- und Industrieflächen in Verbindung mit einer Sicherung des Standorts der vorhandenen Großmühle an. Eine Entwicklung dieses Hafenareals als urbanes gemischt genutztes neues Innenstadtquartier mit vorhandenem Stadtbahnanschluss ist darüber hinaus geeignet, den wirtschaftlichen Strukturwandel des rechtsrheinischen Kölns besonders positiv und nachhaltig zu unterstützen. Die Stadt Köln hat daher ASTOC Architects and Planners beauftragt, in einer Machbarkeitsstudie die Möglichkeiten einer Umnutzung unter Berücksichtigung der Anforderungen des Hochwasserschutzes auszuloten. Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters und der Beigeordnete Franz-Josef Höing, Leiter des Dezernates für Stadtentwicklung, Planen, Bauen und Verkehr, haben das Ergebnis der Studie im Dezember 2014 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Städtebauliches Konzept
Durch die herausragende Lage im Kölner Stadtgebiet wird der städtebaulichen Struktur ein besonderes Gewicht zuteil. Neben der Sichtbarkeit des Plangebiets im Stadtraum Rhein setzt der Hochwasserschutz die grundlegenden Rahmenbedingungen für eine Entwicklung des Gebiets.

Um einen Ausgleich der Retentionsraumbilanz zu erreichen wird eine Reihe von Strategien angewendet: Die Erschließung wird von den bereits heute topografisch höchsten Stellen auf dem Niveau des 200-jährlichen Hochwassers geführt. Von diesem Erschließungsrahmen entwickelt sich die Bebauung von den höchsten Arealen hin zu den niedrigeren Bereichen der Topographie entlang des Hafenbeckens. Die Kaianlagen und wassernahen Zonen werden von Bebauung freigehalten. Große Flächen werden von bestehenden gewerblichen Nutzungen freigestellt und nicht bebaut und als wertvolle Freiräume so modelliert, dass sie im Hochwasserfall zusätzliche Überschwemmungsflächen anbieten können. Die Tiefgaragen sind flutbar.

Die klare städtebauliche Struktur bildet ein stabiles und dabei gleichzeitig flexibles Grundgerüst für die weiteren Planungsschritte. Das mit einer Erweiterung geplante Hafenbecken wird von der vorgeschlagenen Bebauung großzügig gerahmt. Dabei gliedert sie sich in drei Quartiere mit jeweils unterschiedlicher Prägung.

Insgesamt kann die mit der Machbarkeitsstudie vorgeschlagene Projektentwicklung Deutzer Hafen auf rund 13 ha Nettobauland neuen Wohnraum für über 4.500 Einwohner und bis zu 5.000 Arbeitsplätze darstellen. Die Planung beinhaltet eine Erhöhung des Retentionsraums um ca. 77.000 m³ für das hundertjährige Hochwasser. Dies entspricht einer Erweiterung des bestehenden Retentionsvolumens um 54 %. Das Konzept sieht eine breite Nutzungsmischung u.a. mit vielfältigen Wohnformen und Kindertagesstätten, Kreativgewerbe und kulturellen Einrichtungen vor.